Kassel, den 07.03.2026
Pro Kassel Airport e.V. fordert die Landesregierung zum Einlösen ihres
Versprechens auf, zur Steigerung der Fluggastzahlen beizutragen.
Der Verein PRO KASSEL AIRPORT e.V. blickt mit Sorge auf die Entwicklung des touristischen Flugverkehrs am Kassel Airport. Der kommende Sommerflugplan ist auf vier wöchentliche Flüge (Bozen, Usedom, Sylt) zusammengeschrumpft. Entsprechend enttäuscht sind viele Urlauber in der Region. Dass das Angebot so klein geworden ist, ist für sie schwer nachvollziehbar, wo doch die Flüge seit vielen Jahren gut ausgelastet waren.
Dafür gibt es mehrere Ursachen. Der Kasseler Flughafen leidet an Standortnachteilen. Zum einen ist das Nachtflugverbot ein massiver Wettbewerbsnachteil. Zum anderen schneidet die Entscheidung der Politik gegen Low-Cost-Verkehr („Billigflieger“) den Flughafen von einem wichtigen Markt ab. In der ursprünglichen Planung sollte das Segment Low-Cost-Verkehr ein Drittel des Gesamtaufkommens ausmachen.
Ein Blick nach Paderborn verdeutlicht, wie schwer diese Nachteile wiegen. Am Flughafen Paderborn-Lippstadt finden im Sommer etwa 50 Flüge je Woche nachts und/oder durch Low-Cost-Carrier statt. Lediglich 4 Flüge sind dem klassischen touristischen Charterverkehr (TUI) und 10 Flüge dem Linienverkehr (Skyhub PAD nach München) zuzuordnen.
Die kleineren Regionalflughäfen stehen zudem vor der Herausforderung, dass die großen Veranstalter immer weniger Flüge von Regionalflughäfen selber chartern und es kaum noch Fluggesellschaften gibt, die Regionalflughäfen auf eigenes Risiko anfliegen.
Der Kasseler Flughafen ist diesen Herausforderungen noch nicht in ausreichendem Maße begegnet. PRO KASSEL AIRPORT fordert die Politik daher auf, die Rahmenbedingungen zu verbessern, dem Flughafen größere Handlungsspielräume zu gewähren und Strukturen innerhalb der Flughafen GmbH zu verändern, damit der Flughafen eine touristische Perspektive wiedererlangt.
Eine Kontinuität als Flughafen, von dem Urlaubsreisen zu den beliebtesten Sommerzielen der
Nordhessen, wie Mallorca, angeboten werden, ist für die Akzeptanz in der Bevölkerung und auch für die Erfolgschancen des Flughafens von großer Bedeutung. PRO KASSEL AIRPORT weiß aus Gesprächen mit Branchenvertretern, dass ein entsprechendes Flugangebot für diesen Sommer aktuell noch umgesetzt werden kann. Wichtig ist es jetzt rasch zu handeln und die notwendigen Entscheidungen zu treffen, da ansonsten weiteres Vertrauen von Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern und regionalen Reisebüros in den Standort verloren geht.
Der Verein begrüßt ausdrücklich, dass die Landesregierung den Status als Verkehrsflughafen nicht in Frage stellt. Die sogenannte „Rückstufung“ brächte ohnehin nur geringe Einsparungen, wie die Evaluation 2017 bereits festgestellt hat. In Anbetracht angespannter öffentlicher Haushalte ist der Wunsch nach einer Reduzierung des Defizits der FGK verständlich. Da die Kostenseite aber weitgehend statisch ist und kaum Verbesserungen zulässt, müssen die Einnahmen gesteigert werden. Es liegt auf der Hand, dass sich die Einnahmeseite eines Flughafens im Wesentlichen durch mehr Flugverkehr verbessern lässt.
Matthias Eickhoff, Vorsitzender des Vereins PRO KASSEL AIRPORT: „Wir erinnern die Landesregierung an ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, zur Steigerung der Fluggastzahlen beizutragen. Dieser Flughafen war immer auch dafür gedacht, den Bürgern Urlaubsflüge zu ermöglichen. Für einen Flughafen, der nur Gewerbegebiet mit Landebahn ist, hätten nicht 271 Millionen Euro verbaut werden müssen.“
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PRO KASSEL AIRPORT e.V., E-Mail presse@pro-kassel-airport.de
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Vorsitzender: Matthias Eickhoff, Stellvertreter: Ulrich Spengler
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